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Dass im Wolfhager Land gleichzeitig sämtliche Sirenen heulten, um alle verfügbaren Einsatzkräfte zu mobilisieren, daran kann sich Wolfhagens Stadtbrandinspektor Frank Brunst beim besten Willen nicht erinnern. Gestern war es soweit. Die Wehren wurden für die Suche nach dem seit Freitag vermissten Motorradfahrer alarmiert.
„Gegen 11.20 Uhr kam das Hilfeersuchen vom Poizeipräsidium Kassel“, sagte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Thomas Swoboda, der den Einsatz leitete. Der Führungsstab versammelte sich im Wolfhager Feuerwehrstützpunkt. Gut 300 Einsatzkräfte machten sich mit 50 Fahrzeugen auf den Weg, fuhren Strecken ab, die der vermisste Motorradfahrer bei seiner Tour hätte benutzt haben können. Unglück vermutet
Am späten Freitagvormittag war der Gesuchte von der Wolfhager Oleimühle zu einer Testfahrt mit einer Ducati gestartet. Nach 20 Minuten hatte der 54-Jährige zurück sein wollen. Da er seine 20-jährige Tochter, Papiere, sein Handy und sein Motorrad zurückließ und außerdem kurz nach Mittag Arbeitsbeginn hatte, musste man davon ausgehen, dass er verunglückt war.
Nachdem die Suche durch Polizeistreifen und von einem Polizeihubschrauber aus ohne Erfolg geblieben war, sollte nun - am vierten Tag nach dem Verschwinden des Mannes - die Suche mit Feuerwehr und THW noch einmal verstärkt angegangen werden. Auf den Fahrzeugen standen - mit Gurt gesichert - Beobachtungsposten, die während der langsamen Fahrt von ihrer erhöhten Position vor allem Getreidefelder nach verdächtigen Spuren absuchten. Kurvenbereiche wurden von Suchtrupps abgegangen.
Um 14.40 Uhr erreichte die Einsatzzentrale die Nachricht, dass zwischen Volkhardinghausen und Landau jenseits der Grenze zum Waldecker Land ein Landwirt in einem Getreidefeld einen toten Motorradfahrer gefunden hatte. Wenig später wurde bestätigt, dass es sich um den vermissten 54-Jährigen handelt. Die Suchaktion im Altkreis Wolfhagen wurde daraufhin beendet.
Die Bitte um Unterstützung kam von der Kasseler Polizei. Sie hatte die Koordination der Suche am Montagvormittag übernommen. Die Leitung der Wolfhager Dienststelle hatte laut Polizeisprecher Wolfgang Jungnitsch in Absprache mit dem Führungs- und Lagedienst der Polizei in Kassel am Wochenende auf die Alarmierung der Wehren verzichtet. Die infrage kommenden Strecken seien mit allen verfügbaren Polizeikräften abgefahren worden, dazu kam die Suche per Helikopter. Jungnitsch: „Es war wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen.“
Text und Bild von Norbert Müller / HNA - www.hna.de
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